
Die EVS ist als Verteilnetzbetreiber rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr für den Betrieb und die Störungsbeseitigung in ihren Netzen tätig. Für sämtliche Störungen besteht bei der EVS ein organisierter Entstörprozess sowie ein Bereitschaftsdienst, durch den Störungen unmittelbar aufgenommen, analysiert und die erforderlichen Maßnahmen zur schnellstmöglichen Wiederherstellung der Versorgung eingeleitet werden.
Im Fall der Störung in der Nacht vom 06. auf den 07.10.2026 wurde die Unterbrechung der Stromversorgung unmittelbar durch die Schutztechnik im Umspannwerk erkannt. Die Schutzsysteme reagierten auf einen Kurz- bzw. Erdschluss und schalteten den betroffenen Mittelspannungsabgang automatisch ab, um das Netz und die angeschlossenen Anlagen zu schützen.
Zu diesem Zeitpunkt war zunächst noch nicht bekannt, an welcher Stelle das Kabel beschädigt war und welcher genaue Netzbereich betroffen ist. Da die Mittelspannungskabel auf der Insel vollständig unterirdisch verlegt sind, ist eine Beschädigung von außen nicht erkennbar, die genaue Fehlerstelle musste daher zunächst messtechnisch ermittelt werden.
Die Netzleitstelle analysierte die Störung und leitete unmittelbar die erforderlichen Maßnahmen ein. Eine kurzfristige Um- und Wiederversorgung des betroffenen Mittelspannungsbereichs (betroffen waren Teile der Strandstraße, Friedrichstraße, Boysenstraße und des Industriewegs sowie der Hans-Böckler-Straße) scheiterte an einer - wie sich später herausstellte - weiteren Störung, also einem Doppelfehler auf demselben Kabelabschnitt.
Die Rufbereitschaft wurde durch die Netzleitstelle alarmiert und der Entstördienst aktiviert. Die Mitarbeiter begannen unmittelbar mit der Fehlerortung. Mithilfe des EVS-eigenen Kabelmesswagens konnten die Schadstellen auf dem betroffenen Kabelabschnitt in den frühen Morgenstunden des 07.10.2026 eingegrenzt und anschließend vor Ort für das beauftragte Tiefbauunternehmen markiert werden.
Mit der Untersuchung konnten die beiden Schadstellen, die sich jeweils nahe an der Kabeleinspeisung befanden, lokalisiert werden. Durch den Doppelfehler war die ansonsten im Netz übliche (n-1)-Sicherheit nicht mehr gewährleistet. D.h., dass ein Betriebsmittel bei Ausfall durch ein redundantes Betriebsmittel ersetzt werden kann. Für eine dauerhafte und sichere Wiederherstellung der Stromversorgung musste also mindestens eine der beiden Schadstellen zunächst repariert werden.
Durch die enge Vermaschung des Niederspannungsnetzes konnten jedoch durch gezielte Umschaltungen zahlreiche Kunden bereits wieder mit Strom versorgt werden. Mit den eingeleiteten Tiefbauarbeiten wurden die betroffenen Kabelbereiche freigelegt. Die dazu notwendigen Baugruben zur Wiederherstellung der Muffenverbindungen maßen ca. 10 x 1,50 x 1,20 m in der Tiefe. Für die Arbeiten wurde das Kabel vollständig außer Betrieb genommen und entsprechend der erforderlichen Sicherheitsvorgaben freigeschaltet und gegen eine Wiedereinschaltung gesichert.
Nach dem Freilegen der Schadstellen wurden die beschädigten Kabelabschnitte fachgerecht repariert und durch entsprechende Muffenverbindungen an der ersten Schadstelle wieder miteinander verbunden.
Nach Abschluss der Reparaturarbeiten war eine erneute elektrische Prüfung des Kabels erforderlich. Diese Prüfung dient zur Sicherstellung, dass die Reparatur fachgerecht ausgeführt wurde und das Kabel vor der Wiedereinschaltung technisch einwandfrei und betriebssicher ist. Die abschließende Prüfung konnte am frühen Nachmittag erfolgreich durchgeführt werden. Um 14:20 Uhr konnte wieder zugeschaltet werden. Somit war die Störung behoben.
Die Arbeiten an der zweiten Schadstelle wurden fortgeführt, hatten aber keinen Einfluss mehr auf die Wiederversorgung der Kunden.
Die EVS hat damit unmittelbar nach dem Auftreten der Störung alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet, die notwendig waren. Die Dauer der Unterbrechung war insbesondere durch die notwendige Fehlerortung, die Feststellung eines Doppelfehlers (zwei Schadstellen), die erforderlichen Tiefbau- und Reparaturarbeiten sowie die abschließende technische Prüfung bedingt.
Leider ist es so, dass bei Störungen unsere Telefonleitungen so stark frequentiert werden, dass die meisten Anrufer nicht durchkommen. Aus diesem Grunde haben wir bereits in der Nacht unmittelbar nach Bekanntwerden der Störung den Netzausfall auf unserer Facebookseite veröffentlicht. Am Morgen wurde die Nachricht dann ebenfalls auf unserer Homepage und in den sozialen Medien gepostet. Da eine 1:1-Kommunikation mit allen betroffenen Kunden in einem Störungsfall nicht möglich ist, verweisen wir grundsätzlich immer auf die aktuellen Informationen auf unserer Homepage.
Uns ist durchaus bewusst, dass eine Versorgungsunterbrechung immer ärgerlich für die Betroffen ist, daher können Sie sich sicher sein, dass unsere Mitarbeiter alles darangesetzt haben, den Schaden so schnell wie möglich zu beheben. Wir möchten uns daher nochmals bei Ihnen für Ihre Geduld bedanken und entschuldigen uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten.
Bei noch offenen Fragen können sich die Betroffenen jederzeit gern an unseren Kundenservice wenden.
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