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Erdwärme- und Eigenwasserbrunnen gefährden Süßwasserlinsen

Die Energieversorgung Sylt und die Ver- und Entsorgung Norddörfer informieren:

Auf dem Festland wird das Süßwasser aus Tiefen bis zu 300m und mehr gefördert und ist durch diverse geologische Erdschichten gegen Verunreinigungen von oben geschützt. Auf Sylt dagegen kann das Trinkwasser nur aus einer Tiefe von ca. 20 - 45 m gefördert werden. Die schützenden Deckschichten sind nicht durchgängig vorhanden.
Die Wasserversorger auf Sylt sehen durch die vermehrten privaten Bohrungen nach Süßwasser und Erdwärme in dem mit Süßwasser genutzten Grundwasserleiter auf der Insel Sylt die langfristige Nutzbarkeit des Süßwasserangebots als stark gefährdet an.


Die Wasserschutzgebiete in List und in dem Inselkern Sylts stellen die einzigen intakten Süßwasserressourcen auf der Insel Sylt dar. Im Gegensatz zum Festland, wo weiträumige Süßwasserhorizonte genutzt werden können, sind die Sylter auf diese beiden Süßwasservorkommen angewiesen. Darüber hinaus dürfen auf keinen Fall die nicht flächendeckend vorhandenen Deckschichten, durch nicht zwingend erforderliche, zusätzliche Erdbaumaßnahmen für Eigenwasserversorgungsbrunnen und Erdwärmesonden durchbohrt werden.


In der Geothermie werden vorrangig flächige Kollektoren oder bis 100 m Tiefe Sonden eingesetzt. Beide können durch Zerstörung der Deckschicht oder durch Undichtigkeiten zu Versickerung von wassergefährdenden Stoffen führen. Eigenwasserbrunnen können derzeit ohne entsprechendes Fachpersonal  nahezu überall gebohrt werden. Regelmäßige Wartung und technische Überprüfungen werden erfahrungsgemäß nicht durchgeführt und stillgelegte Brunnen nicht fachgerecht zurückgebaut.
Hier existieren bzw. entstehen tickende Zeitbomben für unsere Süßwasserlinse. Als Trinkwasserversorger haben wir die Pflicht, auf diese Gefahren für unser höchstes Gut - das Trinkwasser - hinzuweisen und werden uns dafür einsetzen, dass Bohrungen in unsere Süßwasserlinse, die nicht dem Zweck der Trinkwasserversorgung der Allgemeinheit dienen, verboten werden.
Es ist uns wichtig darauf hinzuweisen, dass die Sylter Wasserversorger nicht grundsätzlich gegen die Möglichkeiten eingestellt sind, dass durch die Nutzung oberflächennaher Geothermie regenerative Energie gewonnen wird und die CO2 – Emissionen verringert werden können. Aber aufgrund der besonders Inselsituation ist eine geothermische Nutzung der zur Wasserversorgung nicht zu ersetzenden Sylter Süßwasserlinsen nicht zu verantworten.

 

Schematische Darstellung vom Grundwassergewinnungsgebiet

 
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